Ich habe lange überlegt ob ich mich zu diesem Thema überhaupt äußere. Wird es doch gerade zu Ferienzeiten oft wie die Sau durchs Dorf getrieben. Aber da wir das auf unserer Fahrt in die Bretagne nun selbst auch mal erlebt haben – im Stau stehen und zu sehen wie sich da so manch eine verhält- da kann einem echt die Hutschnur hoch gehen.

Dabei sollte doch jeder wissen, daß man eben nicht weiß warum es nun zu einem Stau kommt. Oft ist auch unerklärlich was da nun die Ursache war und es geht auch einmal weiter. Aber oft genug sind es eben Unfälle, wo neben dem reinen Blechschaden, Personen verletzt werden und auf Hilfe angewiesen sind.

Warum ich darüber berichte

So eben geschehen auf unserer Tour in die Bretagne, das Navi meldete Stau durch Unfall in ca. 600m und schon kam der Verkehr ins stocken. Wir als so weit wie möglich rechts ran um Platz zu schaffen. Vor und hinter uns wildes treiben rund um den Mittelstreifen. Ich bin da echt Kopfschüttelnd da gesehen. Da ziehen Leute in die Mitte um zu sehen wie es weiter geht, da versuchen Leute die spur zu wechseln und und und.
Plötzlich Blaulicht von hinten, die Mittesteher versuchen nun sich irgendwie nach rechts und links zu quetschen und Platz zu schaffen. Irgendwie gelingt es. Und jetzt kommt daß beste: Kaum ist der Rettungswagen durch wird wieder in die Mitte gezogen…. „Ja ne is klar“, kann ja nicht möglich sein das da vielleicht noch Polizei, Feuerwehr, Abschlepper oder Notarzt auch noch durch wollen. Da stehen sie wieder in der Mitte der Fahrbahn…. bis zum nächsten Blaulicht.
Und es geht noch besser, da wird kurz vor dem zweiten Rettungswagen raus gezogen um auf die andere Spur zu wechseln. Welchen Sinn und Zweck das haben soll verstehe ich nicht. Aber es geht noch besser:
Direkt hinter dem ersten Rettungswagen ist einer „hinterher“ „geheizt“ um die Gunst der Sekunde zu nutzen und sich so nach vorne zu schummeln. Solche Idioten gibt es ja auch noch.

Bestrafung von solchen Vergehen

Für mich gehört das NICHT bilden einer Rettungsgasse unter drastische Strafen gestellt. Denn es kann hier um Sekunden und Minuten gehen ob jemand weiter leben kann oder auch nicht. Kommt man an einen Unfallort oder ist eine Person in Not ist man auch verpflichtet zu helfen – in irgendeiner Art. Bei einem Stau kann man natürlich nicht aktiv unterstützen. Aber das behindern der Einsatz- und Rettungskräfte ist für mich a) unterlassene Hilfeleistung und B) grob fahrlässige Körperverletzung.
Man hört, liest und sieht es immer wieder wie Rettungskräfte feststecken und nicht weiter kommen. Gerade in Zeiten von Dashcam ist das Vergehen direkt aufgezeichnet. Da gehört für mich eine vernünftige Regelung her damit solche Behinderer – auf dessen Kosten ggf. Menschen sterben- einfach so davon kommen. Man lernt es in der Fahrschule und auch der gesunde Menschenverstand sollte da direkt mal die Birne einschalten lassen.

Mal was zum Nachdenken

Was wäre denn WENN DU mit deinen Kindern im überschlagenen Wagen liegen würdet und jede Sekunde darüber entscheiden kann wer überhaupt überlebt. UND nur weil irgendwelche Bekloppten meinen aufm Mittelstreifen stehen zu können stirb eines der Kinder, oder die Kinder werden zu Waisen! Oder ihr selbst seit dann Querschnittgelähmt weil die Rettungskräfte eine Minute zu lang gebraucht haben weil kein Durchkommen war. Denkt mal drüber nach beim nächsten Stau!

Rettungsgasse – Wie bilden

Auch wenn es klar sein sollte, es gibt eine ganz einfache Eselsbrücke! An nehme die rechte Hand:

Zweispurige Autobahn:
Daumen und Zeigefinger ausstrecken. Die linke Spur ist der Daum, die rechte Spur der Zeigefinger. Dazwischen wird die Rettungsgasse gebildet:
Heißt, die linke Spur nach links, die rechte nach rechts.

Dreispurige AB:
Daumen ist die ganz linke Spur. Zeigefinger und Mittelfinger logischerweise die beiden rechten Spuren. Zwischen Daumen und Zeigefinger wird die Rettungsgasse gebildet. Heißt, linke Spur nach links, die beiden rechten Spuren nach rechts.

Vierspurige AB:
Daumen ist die ganz linke Spur. Zeigefinger, Mittelfinger und Ringefinger logischerweise die drei rechten Spuren. Zwischen Daumen und Zeigefinger wird die Rettungsgasse gebildet. Heißt, linke Spur nach links, die drei rechten Spuren nach rechts.

Ergebnis des ganzen

Der Daumen der rechten Hand ist immer die ganz linke Spur und diejenigen fahren nach ganz links an die Mittelleitplanke und die anderen Spuren ab dem Zeigefinger fahren so weit wie es geht nach recht.

Ganz einfach oder?

Also Leute denkt dran verdammt nochmal eine Rettungsgasse zu bilden bereits wenn der Verkehr ins stocken kommt. Ihr selbst könntet es einmal sein – auch ganz ohne eigenes Verschulden- die plötzlich dringendst auf Hilfe angewiesen seid!

Ach ja und noch was: Je mehr die Rettungsgasse behindert wird, desto länger stet man im Stau. Denn so lange niemand helfen kann geht es auch nicht weiter. Deshalb, neben der passiven Hilfeleistung hier der Tipp: Bildet die Rettungsgasse damit ihr selbst möglichst schnell wieder weiter kommt. Auch logisch oder?

LG Dominic

 

Beitragsbild von Pexels: https://www.pexels.com/de/foto/armee-aufnahme-von-unten-fahrzeug-fliegen-126625/

2 comments on 106 – Rettungsgasse

  1. Flo sagt:

    Hey Dominic,

    eine wirklich klasse und vor allen Dingen sehr informative Folge. Sehr gut hat mir Deine Erklärung zur Bildung einer Rettungsgasse gefallen. Diese Erklärung ist verständlich und war mir persönlich selbst npch gar nicht so bekannt.

    Gruß aus Wietze
    Flo

    1. Dominic sagt:

      Hey Flo,
      freut mich natürlich mega wenn die Folge den erhofften Anklang gefunden hat. Ja das mit der „Hand“ fand ich selbst auch als eine super Info wie man sich das mit dem bilden der Rettungsgasse mit einfachen Mitteln merken kann. Oft sind es kleine Eselsbrücken die einem dann einfach im Gedächtnis bleiben und enorm helfen können.

      LG Dominic

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