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109 – Sommerferien ohne Landstrom unterwegs – LiFe Akku sei Dank

Hi zusammen,

nachdem ich eine ganze Weile am Akku gebastelt habe und letztlich fast alle Teile und Anschlüsse so verbaut habe wie ich mir das vorstellte, standen sie auch schon vor der Türe. Die Sommerferien. Und mein Ziel war es diese ohne Landstrom bestreiten zu können um natürlich die teilweise „frechen“ Strompreise zu sparen.

Aber wie war es denn nun, nur mit Batteriestrom?

Wir sind noch nicht durch mit dem Urlaub aber um es kurz zu sagen: Es hat prinzipiell super geklappt nur ein 100W Modul ist definitiv zu wenig. 🙂 Das war mir aber schon von vorne rein klar. Umso besser das sich dies dann bestätigt hat. Ich habe mir einen Koffer aus 2x50Watt gebaut um die vorhandene Sonne möglichst effizient nutzen zu können. Das merkt man schon ordentlich wenn man den Koffer immer mal wieder der Sonne nach ausrichtet. Bringt aber auch nichts wenn keine Sonne da ist und sich hinter den ganzen Wolken versteckt. Hier bricht die Solarleistung dann schnell mal auf 20-50 Watt, in Bezug auf mein 100W Koffer, ein. Das zeigt auch schnell wieso es notwendig ist sich mehr Leistung aufs Dach zu packen. Denn nicht immer hat man prallenSonnenschein ohne ein Wölkchen am Himmel mit entsprechend hohem Ertrag. Oder man steht neben dem Solarkoffer und führt diesen permanent nach.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich werde mindestens noch ein 100W Modul, vielleicht auch 2x 100W Module auf das Dach des Wohnwagen bauen und den Koffer zusätzlich verwenden. Denn flach liegende Module bringen oft auch nciht die volle Leistung aufgrund des nicht ganz optimalen Einstrahlwinkel der Sonne.  Durch die Kombination von beidem sollte es dann ausreichen.

Gerade bei  unserem aktuellen Stopp, in der Nähe von Concerneau hat der Akku schlapp gemacht. Wir hatten mehrere Tage leichten Regen und stark bedeckten Himmel. Hinzu kam noch das mein 12V Zigarettenanzünder-Verlängerungskabel aufgrund einer Quetschung schlapp gemacht hat und der Kompressorkühlschrank die ganze Nacht versucht hat immer wieder an zu laufen, aber aufgrund des kaputten Kabels nicht genug Strom bekommen hat. Am morgen war der Akku dann nahezu leer und wir sind auf Landstrom gewechselt.

Wie viel Strom haben wir im Schnitt verbraucht?

Abschliessend kann ich das jetzt leider nicht beantworten da wir die letzte Zeit mit Landstrom verbracht haben.

Ausgehend von dem vollen Akku zum Start der Ferien und dem was immer in den Akku rein geladen wurde bis zum nächsten „ich bin voll“, haben wir summa summarum 0,4Kwh/ Tag verbraucht. Da war das übliche mit dabei

  • Laptop laden
  • 2 Handys laden
  • 2 Tabletts laden
  • LTE Router in Betrieb
  • 1 Kompressorkühlschrank (38L) in Betrieb
  • 2x mit dem Mover den Wohnwagen parkieren und wieder raus manövrieren
  • ein bisschen Licht (LED) am Abend
  • 2-3 Stunden PS4 zocken (und das Ding hat etwa 160W im Betrieb)

Prinzipiell könnte es vielleicht sogar knapp gereicht haben mit dem Akku über die 3-4 schlechten Tage zu kommen, ohne großartigen Solarertrag. Da jedoch das Kabel und damit die Kompressorkühlbox über Nacht am Akku Strom gezogen haben wurde das nichts. Oder wenn wir noch 100-200Watt auf dem Dach gehabt hätten um somit insgesamt, trotz schlechter Wetterlage , nahezu den Tagesbedarf zu decken.

 

Fazit

Einen 160Ah LiFeYPO4 Akku einzubauen war die richtige Entscheidung. Auch wenn es natürlich eine recht hohe Investition ist welche sich erst in den kommenden 2-3 Jahren auszahlen wird. Man muss jetzt nur konsequent hingehen und das gesparte Geld beiseite legen bzw. investieren. 🙂 An Stromkosten haben wir aktuell knapp über 60€ eingespart, was schon ordentlich ist.

Um noch mehr Kontrolle über den tatsächlichen Verbrauch zu erhalten werde ich noch einen Victron BMV712 oder etwas vergleichbares einbauen. Denn hier wird dann die tatsächlich entnommene Leistung gemessen. Somit kennt an den Verbrauch und weis auch noch wie viel denn noch drin ist im Akku bevor das Licht ausgeht. 🙂

 

Ich hoffe mir diesem kleinen Review/ ersten Erfahrungsbericht in Bezug auf den Einsatz eines Akkus auch im Wohnwagen, helfen zu können.

 

LG Dominic

 

 

099 – Landstrom für den Wohnwagen oder Wohnmobil. Aber richtig

Im allgemeinen trifft es eher die Wohnwagenbesitzer, aber auch mit dem Wohnmobil kann man sich an den Landstrom hängen. Daher ist das sich „anhängen“ an den Landstrom für viele was ganz normales. Ein langes Kabel an beiden Enden eingesteckt und zack hat man 230V. Was oft vergessen oder nicht beachtet wird ist, das auch hier gewisse Regeln und Vorschriften gelten. Eine ramschige Kabeltrommel mitnehmen und irgendwie ranfrickeln ist schon mal nicht gestattet.

 

Das richtige Kabel

230V sind gefährlich, können schnell auch mal Lebensgefährlich werden. So kann ein ungeeignetes Kabel insbesondere wenn es im freien eingesetzt wird, schnell mal kaputt gehen. Kommt dann noch Nässe dazu kann es sehr schnell sehr gefährlich werden. Daher ist in Deutschland in der DIN VDE 0100-721:2010-02 klar geregelt welche Gummischluachleitung gestattet ist für den geforderten Einsatz. Es muss mindestens eine Gummi-Schlauchleitung H07RN-F 3G 2.5 qmm. Diese darf maximal 25m lange sein. sie darf auch nicht verlängert werden.An beiden Enden muss jeweils eine blaue CEE-Kupplung sowie CEE-Stecker angebracht sein.

Solche H07RN-F 3G 2.5 qmm sind sehr stabil und überleben es auch wenn da das ein oder andere Wohnmobil drüber rollt. Ersichtlich ist auch das der Kabelquerschnitt 2,5qmm betragen muss. 1,5qmm Kabel werden auch angeboten, sind aber nicht gestattet. Denn diese sind einfach zu dünn. Der auftretende Spannungsabfall kann dazu führen das 230V Geräte nicht funktionieren oder bei zu hoher Belastung kann sich das Kabel erwärmen. Mit 2,5qmm Kabel ist genug Reserve vorhanden daß da nichts passieren kann.

 

Trommel oder loses Kabel

Ob man sich eine Kabeltrommel* oder eine lose Leitung* holt ist prinzipiell egal. Wichtig ist lediglich das man daran denkt die Trommel IMMER komplett abrollt. Denn ein aufgewickeltes Kabel wirkt wie eine Spule und bei hoher Belastung erwärmt sich das ganze und es kann im schlimmsten Fall zum abfackeln der Trommel kommen.
Die Farbe ist in der DIN VDE nicht geregelt. Allerdings solle es wohl für Italien Vorschrift sein das es ein oranges Kabel sein muss. H07RN-F Kabel habe ich allerdings noch nirgends in orange gefunden.
Immer wieder liest man Diskussionen das manche ihre Trommel nicht abrollen weil sie ja keine Thermomix, Klimaanlage oder sonst was dabei haben. Also irgendwas was viel Strom benötigt. Ganz ehrlich, ich kann das nicht nachvollziehen. Es ist wie immer, so lange nicht passiert wird die Nase hoch im Wind getragen. So lange, bis die Trommel dann doch mal abfackelt und das Womo / den WoWa dann direkt mit abbrennt. Dann wird geheult. Letztlich hat man auch eine gewisse Verantwortung allen anderen Campern gegenüber. So ein Feuer macht auch an der Grenze des eigenen Wohnwagen halt und breitet sich natürlich nicht weiter aus.

 

Adapter

Wie weiter oben schon geschrieben lautet die Vorschrift daß das Kabel mit den blauen CEE Stecker/ Buchsen ausgestattet sein muss. Im großen und ganzen sind die Anschlüsse auf den Campingplätzen und Stellplätzen ebenfalls mit den blauen Anschlussdosen versehen. Es gibt aber immer noch zahlreiche Plätze welche die „alte“ gewöhnliche Schukodose zum anschließen haben. Da kommt man natürlich nicht weiter mit dem blauen CEE Stecker. Bei manch altem Wohnwagen kann es sogar auch noch sein das dort ein Schukoanschluss unter dem Deckel hausiert. Im Zubehörhandel erhält man entsprechende Adapter von Schuko auf CEE bzw. CEE auf Schuko. Die beiden Adapter* gibt es auch direkt als Set*. (Das habe ich mir damals bestellt, auch wenn ich den Adapter Schukodose auf CEE Stecke rbisher nie gebraucht habe.) Ganz streng genommen ist das zwar nicht gestattet aber was will man machen. Und bei einem qualiativ hochwertigem Adapter sollte da auch nichts weiter passieren. Nutzt man einen Adapter sollte man noch eine passende Kabelbox* parat haben. Diese sind überwiegend Spritzwasser geschützt und die Steckverbindung lottert dann auch nicht so lose irgendwo rum.
Dann gibt es noch CEE Adapter für den Eingang am Wohnwagen/Wohnmobil welche noch eine Schuko Steckdose im Stecker integriert haben. Dies soll dazu da sein das man bequem Strom fürs Vorzelt abzwacken kann. Mal ganz unabhängig davon oder erlaubt oder nicht, mit solch einer Abzweigung umgeht man die komplette Absicherung des Wohnwagen. Neue Wohnwagen und Wohnmobile sind mit einem Fehlerstrom-Schutzschalter ausgestattet. Dieser wird hier völlig umgangen. Somit trägt man hier ein deutlich höheres Risiko, da alles was über diese Abzweigung geht nur noch über die Sicherung des Platzes abgesichert ist. Und ich habe da noch nirgends einen Fehlerstrom-Schutzschalter gesehen.

089 – Warum einen Akku im Wohnwagen und warum ausgerechnet einen LiFeYPO4 Akku?

Für was braucht man überhaupt einen (LiFe) Akku im Wohnwagen?

Gerade für den Wohnwagen gibt es meiner Meinung nach nur zwei Gründe für einen Akku. Der eine ist zum Einsatz eines Rangierantriebes / Mover und der andere wenn man Autark bzw. unabhängig vom Landstrom sein möchte.

Warum Wir einen Akku in den Wohnwagen einbauen

Der Grundgedanke ist schon etwas älter. Die Idee der Landstromunabhängigkeit hatte ich bereits bei unserem alten Wohnwagen. Dieser hatte jedoch eine sehr geringe Zuladung. Da war dann die alternative Idee eine Stromkiste selbst zu bauen. Jetzt mit dem neuen Wohnwagen und mehr Zuladung spielt das Gewicht nicht mehr ganz so eine Rolle, wird aber trotzdem beachtet. Denn schließlich zählt jedes Kilo. 🙂
Bei unserem neuen Wohnwagen, einem 8,75m langem Tandemachser war von vorne rein klar, das ein Rangierantrieb nachgerüstet wird. Den die Vergangenheit hat gezeigt das es gerade auf südlichen Campingplätzen teilweise doch recht eng ist und man mit so einem langen Gespann Probleme bekommen kann. Auch sind nicht immer helfende Mitcamper zur Hand.

 

Wieso ein LiFeYPO4 Akku?

LiFe Akkus werden sicherlich auch etwas gehypt, keine Frage. Die Vorteile sind wirklich unschlagbar. Hier ist ganz klar das geringe Gewicht im Vergleich zur nutzbaren Kapazität und der langen Lebensdauer. Demgegenüber steht der hohe Anschaffungspreis. Aber der Reihe nach, am Beispiel unseres neuen 160Ah LiFe Akkus. Für folgende Auflistung nehme ich nun einen Solar AGM Akku bzw. einen Gel Akku. Dieser soll jeweils stellvertretend für alle gängigen Akkus stehen. Klar gibt es auch hier Unterschiede. Ich möchte einen groben Überblick geben. Alles bis ins letzte Detail zu beleuchten würde den Rahmen vermutlich massiv sprengen.

Gewicht:
Unser LiFe Akku wiegt in etwas 30kg. Ein AGM Akku mit 160Ah wiegt in etwa 45kg. Das sind schon mal rund 15kg weniger an Gewicht

Nutzbare Kapazität:
Einen LiFe Akku kann man bis 90% seiner Kapazität nutzen. Das entspricht in etwa 144Ah.
Eine Solar AGM, so habe ich auf diversen Seiten gelesen, soll man nicht tiefer als 50% entladen. Das entspricht somit 80Ah.

Lebensdauer:
LiFe Akkus haben eine enorm hohe Lebensdauer in Bezug auf die Zyklenzahl. Diese übersteigt die Lebensdauer (anhand der Zyklenzahl) um ein vielfaches eines AGM Akkus. Dadurch muss man öfter Geld investieren um sich neue Akkus zu kaufen. Eine Ausnahme ist hier im Vergleich zum Bsp. eine Victron Gel Long Life welche bei 30%iger Entladung eine Zyklenzahl von etwa 4500 Zyklen bietet. Eine LiFeYPO4 hat bei 80% Entladung eine Zyklenzahl von 5000 Zyklen und bei 90% noch 3000 Zyklen.

Selbstentladung:
LiFe Akkus haben eine weitaus geringere Selbstentladung als AGM Akkus oder sonstige herkömmlichen Akkus. Dies ist mir bereits von meinen LiPos aus dem Modellbau (Quadrocopter) bekannt. Die Dinger kann man aufladen und ewig liegen lassen ohne das da signifikant Ladung verloren geht.

 

Kurzer Vergleich zwischen LifeYPO4 und AGM/Gel

Um das ganze mal grob über den Daumen zu berechnen nehme ich nun mal unseren 160Ah LiFe Akku und zum Vergleich eine Solar AGM und einem Gel Akku.
Wir haben eine maximal nutzbare Kapazität von 144Ah (90%). Dies kostet uns 30kg an Gewicht und wenn man den Akku bei Faktor kauft 1145€ (Akku plus Verbinder). Da ich meinen bei ev-power gekauft habe, habe ich summa summarum nur 650€ für den Akku inkl. Teile bezahlt. Um mittels AGM Akkus auf diese nutzbare Kapazität zu kommen benötigen wir 288Ah Akkus, bei angenommener Entladung von 50%.
Eine „Offgridtec 260Ah AGM“ wiegt 74kg und kostet 460€.
„Offgridtec Gel 200Ah + 50Ah“ wiegen zusammen 74kg und kosten 510€.

Somit kostet ein LiFeYPO4 Akku in etwas 2-3 mal so viel wie AGM oder Gel Akkus, wiegt aber weniger als die Hälfte und die Lebensdauer übersteigt diese bei weitem. Dadurch muss man AGM oder Gel Akkus häufiger neu kaufen als einen LiFe Akku. Der Anschaffungspreis eines LiFeYPO4 Akkus ist zunächst hoch, amortisiert sich jedoch über die Jahre.

 

Das war ein grober Überblick bzw. Einblick wie es zu der Entscheidung kam einen LiFeYPO4 Akku anzuschaffen anstatt einen AGM oder Gel Akku. Es war die Gewichtsersparnis und langfristig betrachtet spart man Geld. Man muss es ja auch so sehen das man permanent weniger Gewicht rum fährt was einem minimal niedrigeren Spritverbrauch mit sich bringt. Auch ein Punkt wo man den ein oder anderen Euro spart.

 

Hier noch die Links zu allen genannten Akkus
Bei den LiFeYPO4 Zellen benötigt man jeweils vier Stück!

Faktor 160Ah LiFeYPO4 Zellen: http://www.faktor.de/batterien-einzelzellen/einzelzellen/winston-3-2v-monozelle/lyp160aha-lifeypo4-wide.html
ev-power 160Ah LiFeYPO4 Zellen: https://www.ev-power.eu/Winston-40Ah-200Ah/WB-LYP160AHA-LiFeYPO4-3-2V-160Ah-WIDE.html?cur=1

Offgridtec 260Ah AGM: https://www.offgridtec.com/batterien/agm-batterien/offgridtecr-agm-260ah-20hr-12v-solar-batterie-akku-extrem-zyklenfest.html
Offgridtec 200Ah Gel: https://www.offgridtec.com/batterien/gel-batterien/200ah-gel-batterie.html
Offgridtec 50AH Gel: https://www.offgridtec.com/batterien/gel-batterien/offgridtecr-50ah-c20-gel-akku-12v.html

LG Dominic