Die Anhängerkupplung – Fest, abnehmbar oder schwenkbar. Was denn nun?

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Ohne Anhängerkupplung (kurz AHK) kommt man mit dem Wohnwagen nicht weit. Selbst viele Wohnmobile haben eine AHK um dort einen Fahrradträger zu montieren. Oder einen zusätzlichen Hänger fürs Motorrad, Boot oder auch einen Wohnwagen. Wenn man sich ein Fahrzeug kauft, neu oder gebraucht und es ist noch keine Anhängerkupplung montiert, steht man schnell vor der Frage: Ja welche soll ich den nun nehmen?
Warum ich mich für eine feste Anhängerkupplung entschieden habe und wohl auch immer wieder werde das gibts in diesem kleinen Beitrag.

Preisliche Unterschiede bei Anhängerkupplungen

Das dürfte für viele schon eines der Argumente sein. Eine starre AHK ist in 99,9% der Fälle sicher immer die günstigste. ist auch logisch, das das ganze aus technisch recht einfachen Bauteilen besteht

Die abnehmbare liegt preislich über der starren Anhängerkupplung. Die Verriegelung und die damit verbundenen „beweglichen“ Teile erhöhen den Herstellungsaufwand

Die „Premiumvariante“ ist die elektrisch schwenkbare welche sozusagen von allein verschwindet und auftaucht. Diese lassen sich die Hersteller logischerweise gut bezahlen.

Unterschiede bei den Anhängerkupplungen

Am Ende machen sie alle, was sich sollen. Man kann etwas dran hängen. Bei der starren bleibt alles wie es ist. Hier gibt es nicht zu rütteln und zu machen. Außer eine Plastik-Abdeckkappe, die man über die Kugel stülpen sollte. Zum einen bekommt man keine schmutzigen Hosenbeine, wenn man dran stößt, zum anderen ist die Plastikkappe dann nicht ganz so schmerzhaft wie das blanke Metall.

Bei der abnehmbaren muss man sich einfach im Klaren darüber sein, dass man sich halt kurz hinters Auto knien muss, um diese zu montieren respektive zu demontieren. Bei unserem Touran hatten wir eine abnehmbare AHK. Und mich hat das ehrlicherweise immer genervt. Insbesondere wenn es geregnet hatte, hatte ich da wenig Lust auf dem Boden rumzukrabbeln. Deshalb ließ ich diese dann irgendwann einfach montiert. Es war mir einfach zu blöd.

Bei der elektrisch schwenkbaren geht das ganze einfach per Knopfdruck. Dadurch kann man sich nie ein Bein anstoßen oder muss händisch an- und abbauen. Dafür hat man bewegliche Teile, einen zusätzlichen elektrischen Antrieb für das schwenken und die dazugehörige Elektronik

Vor- und Nachteile der Anhängerkupplungen

Bei der starren Anhängerkupplung hat man logischerweiße immer die Kugel auf Schienbeinhöhe im Bereich des Kofferraums. Damit kann man sich die Hose dreckig machen und jeder, der schon einmal mit vollem Elan an den Kugelkopf geschrammt ist, weiß wie dolle das weh machen kann. Des Weiteren muss man bei rückwärts einparken ggf. etwas aufpassen. Nicht das man mit der AHK anstößt. Wobei ich das in Zeiten von Parksensoren für recht unwahrscheinlich halte. Wer so nah ranfährt das die Sensoren im Dauerton piepen, weiß das es verdammt eng und knapp zugeht. Ich selbst achte einfach immer darauf nicht so dicht ran zu fahren.

Dafür muss man nicht hinterm Auto rumkrabbeln um sie an- und abzubauen. Und es gibt keine beweglichen Teile, was potenzielle Reparaturpunkte und Quellen für Defekte sein können. Bei unserer damaligen beim Touran war auch ein Schlüssel dabei. Mit diesem wurde die abnehmbare AHK eingerastet und zum Aushängen musste man ebenfalls den Schlüssel drehen. Ähnlich wie bei einem Türschloss. Da habe ich mir immer gedacht „Wenn man den mal verliert, ist auch scheiße“.

Abnehmbare AHKs haben den Vorteil, das es bei Nichtgebrauch besser ausschaut. Ein cleanes Heck und man kann sich auch kein Schienbein anstoßen. Weiterhin hat man ein paar cm mehr Platz beim rückwärts rangieren.
Die Vorschrift, dass man eine abnehmbare AHK immer, bei Nichtgebrauch, entfernen muss, soll ein weitverbreiteter Mythos sein. Bisher scheint die Gesetzeslage in DE nicht auf eine Pflicht hinzudeuten. Bei einem Auffahrunfall könnte jedoch der auffahrende Ansprüche geltend machen, sofern die AHK trotz seines Verschuldens, einen höheren Schaden bei seinem eigenen Auto verursacht haben könnte, als wenn man die abnehmbare AHK abgenommen hätte. Dies ist aber keine gesicherte Aussage. Dies habe ich bei meinen Recherchen zu den unterschiedlichen AHKs in diversen Beiträgen gelesen.

Die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung klingt natürlich sehr verlockend. Auch, wenn diese preislich deutlich über einer starren liegt. Benötigt man sie, schnell ausgefahren und bei Nichtgebrauch, versteckt und sicher verwahrt unter der Heckschürze. Somit muss man nicht selbst hinterm Auto auf den Knien rumrutschen und braucht sich auch keine Sorgen wegen eines Schlüssels machen.
Allerdings, erwirbt man damit ein gutes Stück Technik, Technik die auch mal kaputtgehen kann. Und ich bin mir sicher, dass die Reparaturteile alles andere als super günstig sein werden. Oder was wenn der Ausfahrmechanismus streikt, wenn man ihn benötigt? Man will losfahren und bekommt die AHK nicht ausgeschwenkt?

Mein Fazit zu den unterschiedlichen AHK-Arten

Wir hatten eine abnehmbare Anhängerkupplung an unserem Touran, bei unserem Chrysler Grand Voyager hatte ich eine starre selbst nachgerüstet und bei unserem VW Multivan hatte ich direkt eine starre montieren lassen.

Für mich ist eine starre AHK vollkommen ausreichen. Die Beine hatte ich mir da Anfangs zwar ein paar mal angeschlagen. Mittlerweile aber gar nicht mehr. Vermutlich gewöhnt man sich daran und man weiß unbewisst, dass da etwas „hängt.
Bie der damalig abnehmbaren hat mich das unters Auto krabbeln gestört. Man konnte schlecht sehen wo man den Schlüssel reinstecken muss, also lag man schon fast auf dem Boden. Bei Nichtgebrauch habe ich sie zum erstazrad gelegt. Beim Touran war es dann auch noch so, das die schwarze Kunstoffschürze einen Ausschnitt hatte und ein Passstück, ein Deckel sozusagen, damit die wieder aussieht wie aus einem Stück. Diese ist irgendwanneinmal verloren gegangen.
Des Weiteren kann es natürlich immer vorkommen, das diese nicht richtig eingerastet ist. Ich habe erst die Tage wieder bei FB gelesen wo jemand gepostet hat, das ihm nach run 80km der WoWa abgefallen ist, mitsamt dem Haken. Der Ersteller schrieb selbst noch das er letztlich heilfroh ist, dass ihm da snicht auf der Autobahn passiert ist. Klar die Wahrscheinlichkeit ist gering. Sie ist aber da.

Gegen eine elektrisch schwenkbare werde ich mich wohl immer wieder entscheiden. Einfach weil das wieder ein Stück mehr Technik mit beweglichen Teilen ist, die kaputtgehen kann. Und dann kostet das wieder extra. Nur für eine „olle“ Anhängerkupplung.

Summa summarum würde ich immer wieder zu starren greifen. Sie ist immer fest mit dem Auto verbunden und ist einfach da. Designtechnisch stört mich das auch nicht. Ich schaue mein Auto nicht von hinten an. Ein Auto ist für mich ein Nutzfahrzeug und kein Ausstellungsstück. Bei den elektrisch schwenkbaren stört mich das ganze Technikzeug. In den heutigen Autos steckt eh schon so viel Elektronik und für alles mögliche benötigt man ein Auslesegerät. Oder muss irgendwas freischalten lassen bei Nachrüstung.

LG Dominic

Beitragsbild: Image by J W. from Pixabay

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2 Antworten

  1. Ich hatte eine abnehmbare AHK, aber nach einigen Jahren bekam ich die nicht mehr ab. Also war sie danach sozusagen starr.

    Bis sie anfing zu wackeln und ich mir Sorgen machte, irgendwann den Caravan zu verlieren.

    Daraufhin kaufte ich mir eine preiswerte starre AHK. Weil keine Werkstatt eine bereits vorhandene AHK montieren wollte, habe ich den Austausch selbst vorgenommen. Der Elektrosatz blieb ja.

    Abdeckkappe war ohnehin dabei und ist fast immer drauf.

    1. Hi Holger,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ja eben, alles was beweglich ist, ist letztlich eine potenzielle Fehlerquelle. Klar, eine geschweißte AHK kann auch abreißen. Aber man mindert einfach die Anzahl der möglichen Defekte.

      LG Dominic

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