Lithiumakku tiefentladen! Und er funktioniert noch?!

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Lithiumakkus haben viele Vorteile. Wohl auch, dass sie recht unempfindlich gegenüber Tiefentladung sind. Das dachte ich bisher auch. Über den Winter hatte ich den Akku hin und wieder gecheckt. Bis vor ein paar Wochen, das böse erwachen kam. Der Akku war platt. Trotz BatteryProtect hat es ihn tiefentladen. Was nun tun mit einem tiefentladenen Akku, wo es immer heißt, das man ihn dann direkt entsorgen kann, weil kaputt.
Den Akku hatte ich vor dem einwintern auf ca. +-60% aufgeladen und ich hatte extra einen Celllogger dran um zu sehen wie die Zellen stehen. Dieser benötigt nur ein paar mA Strom. Der Plan war nun, es zu Hause einfach zu probieren mit der Aufladung. Zu verlieren hatte ich nichts mehr. Tiefentladen und „kaputt“ war er ja nun schon.

Ausbauen und akklimatisieren

Ich habe den Akku sofort ausgebaut und mit nach Hause genommen. Meine Vermutung ist, dass die tiefen Temperaturen dann wohl doch irgendwie stärker zugesetzt haben, als es immer heißt.
Also zu Hause erst einmal in Ruhe nochmals alle Zellen gemessen und vor allem, auf Raumtemperatur aufwärmen gelassen. Zum Glück war keine der Zellen aufgebläht, was dann wirklich der Tod der Zelle gewesen wäre.

RC- Ladegerät erkennt den Akku nicht wegen zu tiefer Spannung

Von meiner damaligen ersten Selbstbaudrohne habe ich immer noch mein RC-Ladegerät welches alle möglichen Akkutypen aufladen kann. Doch selbst dieses Ladgerät erkannte den Akku bzw. die einzelnen Zellen nicht mehr und verweigerte den Dienst. Der Grund war simpel. Spannung zu tief und dadurch konnte das Ladegerät den angegebenen Akkutyp nicht erkennen.
Da war guter Rat teuer.
Ich bin kurzerhand hingegangen und habe unser 0815 Akkulader für Autobatterien genommen und dran gehängt. Das liefert 12V bei 3-4A. Also für so einen Lithiumakku sozusagen nichts und für etwas Akkustarthilfe ausreichend. Damit konnte ich den akku immerhin initial laden, so dass das RC-Ladegerät den Akku sozusagen wieder erkannte. Immerhin standen ja nun 12V durch das Autoladegerät an. Dadurch das der Akku nun wieder als 12V Akkublock mit vier Zellen erkannt wurde, konnte ich den Ladevorgang laufen lassen.

Langsam voll aufladen

Mein RC-Ladegerät liefert ohnehin nur 6A Strom, somit konnte der Akku langsam aufgeladen werden. Abgesehen davon das ich eh nicht schneller konnte, hätte ich den Akku in diesem Moment auch niemals mit 20,30 oder 50A aufladen lassen.
Immer wieder habe ich die Zellspannungen kontrolliert um zu sehen ob so weit alles „rund“ läuft und nicht irgendeine Zelle aus dem Ruder driftet.

Parallel schalten um sich anzugleichen

Nachdem der Akku voll aufgeladen wurde auf 3,4V Zellspannung habe ich die einzelnen Zellen parallel. Dadurch können sich die Zellen angleichen, so das sie später wieder parallel laufen, von der Entladung her. Dieses Initialisieren wird bei neuen Zellen sowieso empfohlen oder wenn sie einen größeren Drift haben. Dort macht man dies allerdings bei 4V. Ich habe es bei den 3,4 belassen und lasse den Akku nun für mehrere Wochen so stehen. Wird im Moment ja eh nicht benötigt.

Ausstehend – Test

Nur weil der Akku augenscheinlich OK ist, alle Zellen haben die gleiche Spannung, bedeutet dies nicht gleich, dass dem auch so ist. Somit werde ich mir nun überlegen wie ich den Akku am besten „teste“. Ich möchte ihn möglichst kontrolliert entladen und dann wieder neu aufladen. Da mein RC-Ladegerät nur mit geringen Strömen entladen kann, muss ich mir etwas anderes überlegen. Denn gleichzeitig mit dem Test möchte ich „pi mal Daumen“ rausfinden welche Kapazität der Akku insgesamt noch hat.

Wahrscheinlich werde ich den Sinuswandler aus dem Wohnwagen holen, anschließen und irgendeinen 230V Verbraucher dranhängen. Klar durch Verluste ist das mehr ein Überschlag. Aber um festzustellen, ob der Akku nun 10,20 oder 90Ah Kapazität hat, sollte das so passen.
Oder ich finde noch einen ordentlichen 12V Verbraucher, den ich an den Akku hängen kann. 🙂

Hinweis / Disclaimer – Nicht nachmachen

Mit Akkus, Spannung und Strom ist generell nicht zu spaßen. Das ist keine Anleitung zum Nachmachen. Es kann gefährlich und damit auch richtig teuer werden. Niemals einfach so irgendwelche Spannungsquellen/ Ladegeräte anschließen, wenn man nicht genau weiß, was man da macht!
Solltet ihr Probleme mit eurem Akku haben, sucht einen Fachmann auf und lasst euch helfen.

Ich halte euch auf dem Laufenden wie es um den Akku steht und ob ich ihn retten konnte. Oder auch nicht.

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